Moses, Samuel und andere – die ersten Juden in Wittlich

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Samuel von Ehrenbreitstein

Kategorie: Geschichte

und das Ende

Nach den Pestpogromen war für kurze Zeit doch noch einmal ein Jude in Wittlich ansässig, und zwar Samuel von Ehrenbreitstein, zusammen mit seiner Frau Gela von Bastogne. Samuel war ein des Sohn des reichen Trierer Geldverleihers Isaak Sandermann und stand in enger Beziehung zum Hof König Karls IV. Möglicherweise entging er deshalb dem Pogrom, weil er sich in dieser Zeit auf Reisen befand. „Nach der Judenverfolgung kehrte er jedoch – wenigstens zunächst – nicht in seine Heimatstadt Trier zurück, gegen die Erzbischof Balduin nicht zuletzt wegen der Beteiligung von Trierern an dem Pogrom Klage erhob. Samuel hielt sich spätestens seit dem Jahre 1351 in der erzstiftischen Amtsstadt Wittlich auf.“34 Aufgrund einer weiteren Urkunde ist davon auszugehen, dass sich Samuel auch 1356 noch in Wittlich aufhielt.35 Im Jahre 1388 geht es um die Ablösung von Schulden des Ritters Heinrich von Wittlich, seines Schwiegersohns Heinrich Mule von der Neuerburg und dessen Frau Elisabeth, die sie „bei Juden“ haben.36 Es wird allerdings nicht gesagt, wer diese sind bzw. wo sie ansässig waren.
„Keine weiteren Nachrichten zu den Wittlicher Juden sind überliefert, weder im Kontext des großen Stadtbrands im Jahre 1397 noch im Rahmen der Vertreibung aller Juden aus dem Trierer Erzstift 1418/19. Es scheint, als ob man schon lange vor der Ausweisung der Juden durch Erzbischof Otto von Ziegenhain in der Stadt an der Lieser diese unheilvolle Entwicklung vorausgeahnt hätte.37 So waren die Juden in Wittlich nur etwas mehr als ein halbes Jahrhundert in der Stadt ansässig gewesen, bevor dem durch die Verfolgung ein Ende gemacht wurde. Nach heutigen Erkenntnissen blieb dies auch so bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts.


34 Haverkamp (wie Anm. 2), S. 440.

35 Kortenkamp (wie Anm. 3), S. 260-262.

36 Kortenkamp (wie Anm. 3), S. 303.

37 Burgard (wie Anm. 4), S. 328.

Die Karte zeigt Ansiedlungen von Juden im Kurfürstentum Trier von Erzbischof Balduin (1307 -1354)
Qu.:Angelika Schleindl, Jüdisches Lebenn in Wittlich, Ausstellungskatalog, Stadtverwaltung Wittlich


 Autor: Dr. Marianne Bühler, April 2020